Tiergestützte Pädagogik

Tiergestützte Arbeit auf dem Jugendhof Obermeyer

Tiere werden bereits seit Jahrhunderten zu therapeutischen Zwecken bei der Behandlung erkrankter Menschen eingesetzt.
Experten vertreten die Meinung, dass Kinder, die mit Tieren aufgewachsen sind, selbstbewusster und verantwortungsbewusster mit sich und anderen umgehen. Dass die meisten Kinder sich zu Tieren hingezogen fühlen steht wohl außer Frage. Ein Tier macht neugierig. Es wird als Gefährte erkannt, mit dem man sich identifizieren kann. Tiere können trösten oder manchmal auch Richtlinien des Verhaltens aufzeigen. Bei artgerechter und liebevoller Behandlung der Tiere schenken diese Zuneigung und ihr Vertrauen. Das Tier wird zum Echo der Liebe, die wir ihm schenken.
Auf dem Jugendhof Obermeyer werden Tiere als „Co-Therapeuten oder -Pädagogen“ eingesetzt. Die Kinder und Jugendlichen sollen unter Anleitung von speziellen Fachkräften lernen, Verantwortung zu übernehmen, ihren Körper besser einschätzen zu können und Grenzen zu respektieren.

Ebenso bieten die Tiere ihnen die Möglichkeit, eine Beziehung aufzubauen, in der sie nicht verletzt oder enttäuscht werden können. Die Kinder können Berührungen und Nähe zu Pferden erfahren, ohne eine Gegenleistung oder schlechte Erfahrungen, die sie in ähnlichen Situationen erlebt haben (z.B. Berührungen bei sexuellem Missbrauch) befürchten zu müssen.
Besonders hervorzuheben ist die Grenzsetzung, die Tiere vollziehen können und die von den Kindern und Jugendlichen beinahe völlig akzeptiert wird. Hier setzt der pädagogische Bereich an. Denn ein „Nein“ eines Betreuers wird von den Kindern und Jugendlichen in Frage gestellt und auch oft nicht akzeptiert. Das „Nein“ eines Tieres, z.B. in der Form von nicht weitergehen, Knurren oder Ohren anlegen hat eine völlig andere Wirkung auf die Kinder und Jugendlichen und hier ziehen sie sich zurück und akzeptieren die Grenze des Tieres.
Ausgebildete Fachkräfte bringen, den individuellen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen entsprechend, den Umgang mit kleinen und großen Tieren als persönlichkeitsförderndes und aktivierende Element in die Arbeit ein.
Wirkung & Förderung von:
•Beziehung
•Nähe & Distanz
•Grenzsetzung
•Entspannung
•Positives Selbstbild
•Verantwortungsübernahme
•Körperwahrnehmung & Körpergefühl
•Selbstbewusstsein
•Sozialverhalten & Frustrationstoleranz
•Selbstständigkeit & Selbstvertrauen
•Entscheidungskompetenz